Fragen zulassen. Vielfalt verstehen. Sinn gemeinsam erkunden.
Der Religionsunterricht an der IGS Kreideberg versteht sich als dialogischer Bildungsraum, in dem SchülerInnen unterschiedlichen religiösen, weltanschaulichen und kulturellen Hintergründen begegnen. Auf der Grundlage des Kerncurriculums begleiten wir sie dabei, Fragen nach Sinn, Verantwortung, Gerechtigkeit und Zusammenleben zu stellen und eigene Deutungen zu entwickeln – offen, respektvoll und im Austausch mit anderen.
Religiöse Bildung bedeutet für uns nicht, vorgegebene Antworten zu vermitteln, sondern Fragen ernst zu nehmen. In Anlehnung an das Prinzip des Theologisierens ermutigen wir unsere SchülerInnen, eigene Gedanken, Zweifel und Perspektiven einzubringen, Texte zu befragen und unterschiedliche Deutungen nebeneinander stehen zu lassen. So erleben sie Religion als Suchbewegung – als einen Prozess, in dem Denken, Fragen und persönliche Erfahrungen miteinander verbunden sind.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem interkulturellen und interreligiösen Dialog. In einer vielfältigen Schulgemeinschaft lernen die SchülerInnen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Religionen und Weltanschauungen wahrzunehmen und wertzuschätzen. Sie setzen sich mit christlichen Traditionen ebenso auseinander wie mit anderen religiösen und säkularen Deutungssystemen und entwickeln die Fähigkeit, respektvoll, differenziert und dialogfähig über Glaubens- und Sinnfragen zu sprechen.
In der Oberstufe gewinnt der Religionsunterricht eine vertiefende Dimension. Religiöse Fragestellungen verbinden sich hier zunehmend mit ethischen und ästhetischen Zugängen. Kunst, Film, Musik, Literatur und fotografische Bildsprachen eröffnen neue Perspektiven auf Themen wie Leid, Schuld, Hoffnung, Sinn, Transzendenz oder Verantwortung. Ästhetische Erfahrungen ermöglichen es, religiöse Inhalte nicht nur rational zu erfassen, sondern existenziell zu durchdenken und persönlich zu deuten.
Der Religionsunterricht an der IGS Kreideberg schafft Räume, in denen SchülerInnen lernen, mit offenen Fragen zu leben, eigene Standpunkte zu entwickeln und Vielfalt als Bereicherung zu erfahren. Er stärkt die Fähigkeit zur Verständigung in einer pluralen Gesellschaft und begleitet junge Menschen auf dem Weg zu reflektierter Haltung, innerer Orientierung und verantwortungsvollem Handeln.

