ab Klasse 11
Der Physikunterricht in der gymnasialen Oberstufe baut auf den Grundlagen aus der Sekundarstufe I auf und führt diese systematisch weiter. Ziel ist es, physikalische Phänomene nicht nur zu beschreiben, sondern sie mithilfe von Modellen, Experimenten und mathematischen Methoden zu erklären und einzuordnen. Physik leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis unserer technologisch geprägten Welt.
In der Einführungsphase (E-Phase / Klasse 11) steht ein tieferer Einstieg in Bewegung, Kraft und Energie im Mittelpunkt. Bekannte Inhalte aus früheren Jahrgängen werden aufgegriffen und vertieft, wobei der Fokus verstärkt auf Systematik, Mathematisierung und Modellierung liegt. Ergänzend gibt es ein Wahlmodul nach Bedarf, zum Beispiel Akustik, in dem Schallphänomene und ihre technischen Anwendungen untersucht werden.
In der Qualifikationsphase (Klassen 12 und 13) werden die physikalischen Inhalte weiter ausgebaut. Dazu gehören elektrische und magnetische Felder und deren Zusammenspiel, Schwingungen und Wellen in Wasser, Strom und Licht sowie viele weitere Themen aus der klassischen Physik. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Blick ins Allerkleinste – der Welt der Quantenphysik. Darüber hinaus erhalten die SchülerIinnen einen tieferen Einblick in den Atombau sowie in das Thema Radioaktivität.
Der Physikunterricht ist abwechslungsreich und orientiert sich an der wissenschaftlichen Arbeitsweise. Ein zentraler Bestandteil sind Experimente, bei denen mechanische, elektrische und optische Phänomene praktisch untersucht werden. Ergänzend kommen Simulationen und Software zum Einsatz, um physikalische Prozesse zu visualisieren.
Die Modellbildung spielt eine wichtige Rolle: Physikalische Modelle werden entwickelt, angewendet und kritisch hinterfragt. Ebenso werden mathematische Herleitungen und der sichere Umgang mit Formeln gezielt trainiert.
Darüber hinaus fördert der Physikunterricht das wissenschaftspropädeutische Arbeiten. Die SchülerInnen lernen, Fragestellungen selbstständig zu entwickeln, Informationen kritisch zu bewerten und Erkenntnisse strukturiert zu gewinnen. So entsteht ein umfassendes Verständnis der Welt und der Grundlagen moderner Technologien. Gleichzeitig wird dazu angeregt, technologische Entwicklungen im Hinblick auf das eigene Leben und die Gesellschaft zu reflektieren und Informationen – insbesondere in der digitalen Welt – selbstbestimmt zu nutzen.
Zur Förderung und Unterstützung gehören häufiges Lernen in Gruppen, individuelle Feedbackphasen und eine enge Unterstützung durch die Lehrkraft, insbesondere während der Experimentierphasen, sind feste Bestandteile des Unterrichts. Der Übergang von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II wird durch gezielte Wiederholungen und Vertiefungen begleitet. Im Sinne des Spiralcurriculums werden bekannte Inhalte wie Kräfte (aus Jahrgang 8) oder der Atombau (aus Jahrgang 10) erneut aufgegriffen und auf einem höheren Niveau weiterentwickelt. Bereits ab Jahrgang 5 wird regelmäßig experimentiert, sodass die Grundlagen des Beobachtens und Experimentierens früh gelegt sind.
Ein besonderes Angebot ist der Besuch am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg. Dort können SchülerInnen an einem Schülerlabor teilnehmen und/oder eine Institutsführung erleben und so authentische Einblicke in aktuelle physikalische Forschung gewinnen.
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